Kaufberatung Mac Pro 2010: Ein optimierter Mac Pro für Videoschnittplätze

Vor Kurzem haben wir in diesem Artikel unsere Empfehlung für einen optimalen Mac Pro für die Bildbearbeitung beschrieben.

Im Bereich Videoschnitt ist eine solche Empfehlung deutlich schwieriger als bei einem Grafikarbeitsplatz – denn hier gilt die Devise „Viel hilft viel“ weit mehr als in der Bildbearbeitung.

Im Videobereich sind die Datenmengen, die bewegt werden, erheblich größer als an anderen Arbeitsplätzen, so daß wir uns auf eine kostengünstige Maschine mit schnellen Datentransfers konzentrieren. Ob dann noch mehr Rechenpower und / oder spezielle Karten wie die AJA Produkte mit Hardwarebeschleunigung die optimalere Investition sind, hängt natürlich auch vom Budget ab.

Rechner

Basis ist in diesem Fall der 6 Core Mac Pro, unserer Ansicht nach ein guter Kompromiß im Bereich Preis / Leistung.

Das aktuelle Final Cut ist etwas in die Jahre gekommen, was Architektur (32bit) und Nutzung aller Prozessoren angeht, aber im Final Cut-Paket sind auch einige Programme enthalten, die die Leistung des Rechners optimaler einsetzen und das Leistungsvermögen nutzen. Insbesondere Rendering-Prozesse, Konvertierungen und Filter sind Applikationen, die von purer Rechenleistung profitieren können.

RAM

Die Speicherausstattung mit 12 GB (wahlweise auch 24) erlaubt den schnellsten Zugriff auf das RAM (Tripel-Mode), was wir in dieser Konfiguration für wichtiger halten als den maximalen, aber etwas langsameren Zugriff.

Festplatten

Nun zum Kernstück eines Videoarbeitsplatzes: Die Festplatten.

Hier sollte in jedem Fall ein schnelles RAID zum Einsatz kommen. Die Leistungsfähigkeit moderner Festplatten liegt deutlich oberhalb von Firewire 800, weshalb dieser Anschluß nicht in Frage kommt. Auch eSATA ist mit 2 Platten schon im Grenzbereich, und wir wollen natürlich mehr. Als professionellste Lösung bieten sich über SAS angeschlossene Systeme an. Mit entsprechender intelligenter „Verraidung“ lassen sich hier fast beliebige Leistungen (zu allerdings beachtlichen Preisen) realisieren.

Wir konzentrieren uns hier auf ein einfacheres Einstiegssystem, wobei die benutzten Komponenten sich bei einem Wechsel zu einem anderen System einfach integrieren und weiterverwenden lassen.

Wir bestücken also den Mac Pro in den 3 freien Einschüben mit sehr schnellen und vom Hersteller für Video empfohlenen 2TB Festplatten und bilden aus diesen Platten ein Software-RAID. (Ja, man kann auch mehr als zwei Platten zu einem gestripten RAID zusammenfassen !) Die Blockgröße des RAIDs wird für Video Anwendungen optimiert.

Das gemessene Tempo liegt hier oberhalb von 300 MB/sec und ist damit für viele Bereich voll ausreichend. Im Extremfall kann auch der vierte Einschub für eine weitere RAID-Festplatte genutzt werden. System und Programme laufen dann auf einer externen Platte. Aus Performancegründen sollte man niemals das Betriebssystem auf dem RAID laufen lassen – die vielen Systemzugriffe auf die Festplatten reduzieren den Datendurchsatz.

Die Festplatten sind mit 2 TB relativ groß bemessen. Das hat einen Grund:
Die Sektoren einer Festplatte sind sehr unterschiedlich schnell. Zwischen den ersten und letzten Sektoren der Platte halbiert sich die Performance und damit der Datentransfer. Daher sollte man die Platten für die Arbeitsdateien möglichst nur maximal zur Hälfte befüllen, um die optimale Performance zu erhalten.

Grafikkarte

Der Mac Pro wird mit zwei unterschiedlichen Grafikkarten angeboten. Hier ist eine Entscheidung schwierig. Nach unseren Informationen profitiert das reine Final Cut von der schnelleren Grafikkarte nur wenig, andere Programme allerdings nutzen die Rechenleistung der Grafikkarte direkt und werden schon heute deutlich beschleunigt.

Auch zukünftige Versionen von Final Cut werden von der Verlagerung von Rechenprozessen auf die Hardware der Grafikkarten voraussichtlich stark profitieren.

Auf der anderen Seite gehen wir davon aus, dass in naher Zukunft deutlich mehr und auch noch weiter optimierte und leistungsstärkere Grafikkarten den Weg in den Mac finden werden. Auch die ATI 5870 ist ja nun nicht die Krone der Entwicklung, sondern eine im PC-Bereich fast schon durchschnittliche Karte. Dazu kommt ein doch nicht unerheblich höherer Stromverbrauch der größeren Grafikkarte. Wir reden bei Grafikkarten ja schon längst nicht mehr von ein paar Watt – 300 Watt Stromverbrauch liegen da eher im Mittelfeld, und auch ein halbes KW ist nicht ungewöhnlich.

Wer also primär mit Final Cut arbeitet, ist mit der kleinen Karte und einer späteren Upgrade-Option gut beraten. Liegt der Schwerpunkt schon heute auch bei Effekten, Renderings und OpenGL Filtern, ist die ATI 5870 die richtige Wahl.

Ergebnis

Die technischen Eckdaten für den Videoschnittplatz sehen also so aus:

Mac Pro 6 Core
12 oder 24 GB RAM
3 schnelle Festplatten mit jeweils 2 TB Kapazität = 6 TB gestriptes RAID
ATI 5770 Grafikkarte

Im Ergebnis ein kostenoptimiertes, aber leistungsfähiges System mit
weiten Ausbaureserven.
Einen aktuellen Preis für diese Konfiguration finden Sie hier.

Wer noch ein wenig mehr Leistung möchte oder wem die Konfigurationsmöglichkeiten der beiliegenden Apple RAID Software nicht genügen, dem empfehlen wir zusätzlich das Programm „SoftRAID„. Damit lassen sich auch Partitionen zu einem RAID zusammenfassen.

Man kann dann also die Platten partionieren, die schnellen (vorderen) Bereiche zu einem 3 TB RAID zusammenfassen und die verbleibenden 3 x 1 TB etwas langsameren Plattenplatzes für Sicherungen etc. außerhalb des RAID-Bereiches nutzen.

(b452/hr)

Artikel und Links zum Thema:
Kaufberatung Mac Pro 2010: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für die professionelle Bildbearbeitung
AJA Video Systems
SoftRAID
 

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