Ein Netzwerkdrucker mit RIP wurde über TCP/IP angelegt, die Jobs kommen aber nicht beim Drucker an.

Symptome:

In vielen Agenturen und Druckvorstufen-Betrieben werden A3-Farbkopierer mit einem vorgeschalteten RIP als Farbdrucker oder Proofer verwendet. Als RIP kommt dabei meist ein EFI Fiery-Lösung zum Einsatz.
Seit Mac OS X 10.6 steht das AppleTalk-Protokoll nicht mehr zur Verfügung, und viele ältere RIPs können kein Bonjour – der Drucker muß also über die IP-Adresse angesprochen werden.
Obwohl aber die IP-Adresse richtig eingegeben und die PPD korrekt ausgewählt wurde, reagiert der Drucker manchmal nicht. Die Druckjobs werden vom Mac zwar abgeschickt, aber sie kommen beim Drucker gar nicht erst an, sondern verschwinden einfach im Nirvana.

Lösung:
Warteschlangen

Um einen „normalen“ Netzwerkdrucker anzusprechen, genügt am Mac die IP-Adresse des Druckers.

Bei RIPs ist das aber etwas anders: sie stellen verschiedene Drucker-Warteschlangen mit verschiedenen Funktionen im Netzwerk bereit. Normalerweise gibt es diese drei Warteschlangen:

– Drucken (Print) ist die Standard-Warteschlange. Die Druckjobs werden auf die Festplatte des RIPs gespoolt und in der Reihenfolge ihres Eintreffens nacheinander abgearbeitet.
– Direkt (Direct) ist der „Vordrängel-Modus“ – schickt man seinen Druckjob an diese Warteschlange, wird er nach Beendigung des laufenden Jobs als nächstes bearbeitet. Andere wartende Druckjobs haben das Nachsehen.
– Halten (Hold) ist eine Warteschlange, die den Job nicht sofort ausdruckt, sondern ihn nur zur späteren Verwendung auf der Festplatte des RIPs speichert.

Schickt man nun einen Druckjob nur an die IP-Adresse des RIPs, weiß das RIP nicht, welcher Warteschlange es den Auftrag zuordnen soll – und ignoriert ihn einfach.

Um ein RIP über TCP/IP anzusprechen, muß beim Anlegen des Druckers der Name der gewünschten Warteschlange mit angegeben werden:

1. In „Systemeinstellungen – Drucken und Faxen“ auf das Plus-Zeichen klicken, um einen neuen Drucker hinzuzufügen, und den Reiter „IP“ auswählen.

2. In das Feld „Adresse“ die IP-Adresse des RIPs eintragen.

3. In das Feld „Warteliste“ gehört der englische Name der gewünschten Warteschlange. In der Regel ist das „PRINT“ – „DIRECT“ und „HOLD“ sollten bei Bedarf aber auch funktionieren.

4. Im Feld „Name“ erscheint automatisch noch einmal die oben angegebene IP-Adresse; sie kann durch einen beliebigen, sinnvollen Namen ersetzt werden.

5. Das Feld „Standort“ kann leer bleiben.

6. Die richtige PPD findet der Mac normalerweise automatisch, sofern die Treibersoftware vorher korrekt installiert wurde.

7. Den Drucker hinzufügen. Nun kann das RIP die Jobs der Warteschlange zuordnen, und es druckt !

Die Wartelisten Drucken, Direkt und Halten werden natürlich nicht nur von Fiery-RIPs, sondern auch von anderen RIP-Lösungen verwendet.

Treibersoftware

Wenn die korrekte IP-Adresse und auch die richtige Warteschlange angegeben wurde, die Druckjobs aber trotzdem nicht beim Drucker ankommen, sollte man unbedingt überprüfen, ob die Treibersoftware noch zum verwendeten Betriebssystem paßt – und auch, ob sie richtig installiert wurde.

Speziell bei Druckertreibern verhalten sich die verschiedenen Mac OS X-Versionen unter der Haube sehr unterschiedlich. Ein Treiber, der mit 10.5.4 noch tadellos funktionierte, ist z.B. mit 10.5.6 plötzlich nicht mehr zu gebrauchen. Das gilt insbesondere für etwas ältere Druckermodelle, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben: Ein fünf Jahre alter Drucker gilt da häufig schon als veraltet, und die Software wird vom Hersteller nicht mehr aktualisiert.

Auch bei größeren Systemwechseln, z.B. von 10.5 auf 10.6, ist Vorsicht geboten. In jedem Fall sollte man sich beim Hersteller oder Dienstleister informieren, welche Treibersoftware mit welcher Systemversion kompatibel ist.

Vielen PostScript-Druckern genügt am Mac eine passende PPD, die man einfach irgendwo auf der Festplatte ablegt – RIPs sind da aber oft etwas anspruchsvoller. In jedem Fall sollte man sicherstellen, daß die Treibersoftware korrekt installiert, also das Installationsprogramm des Herstellers ausgeführt wurde.

Dabei darf man sich von den oftmals etwas veralteten EFI Fiery-Treibern nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Installationsprogramme für Fiery-RIPs benötigen größtenteils unter 10.6 noch die Rosetta-Umgebung, und die Installation dauert extrem lange – nichts bewegt sich, der Beachball (a.k.a. Todesspirale) wird angezeigt, man glaubt, alles sei abgestürzt… nur Geduld ! Meist dauert es eine gefühlte Ewigkeit, aber dann bekommt man die Meldung, daß die Installation erfolgreich durchgeführt wurde. 10 bis 15 Minuten sollte man auf jeden Fall warten.

Wie kann ich die IP-Adresse meines RIPs herausfinden ?

Da die RIPs in den meisten Fällen von externen Dienstleistern installiert und in Betrieb genommen werden, ist die benötigte IP-Adresse manchmal nicht bekannt. Wozu auch – bisher gab es ja immer AppleTalk ! ;-) Ohne die richtige Adresse hat man aber gar keine Chance, den Drucker zum Laufen zu bringen.

Man hat bei fast jedem Druckermodell die Möglichkeit, direkt am Gerät auf ein Bediener-Menü zuzugreifen. Dort kann man eine Infoseite / Statusseite ausdrucken lassen, auf der in der Regel auch die aktuelle IP-Adresse angegeben wird.

(a162/al)

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