Jetzt upgraden oder zocken ? Adobes Upgrade-Politik,
die „Grace Period“ und die Creative Suite 6.

Zur Zeit läuft bei Adobe eine befristete Rabatt-Aktion, über die man seine Software preisgünstig auf die zur Zeit aktuellen Programmversionen updaten kann. Einbezogen sind dabei auch ältere Versionen, die eigentlich schon nicht mehr upgradefähig waren, wie zum Beispiel die Creative Suite 2. Dafür wird es aber in Zukunft Änderungen bei der Upgrade-Politik und eventuell auch bei der „Grace Period“-Regelung geben.

Adobe-Upgrades bald nur noch über eine Version möglich

In den letzten Jahren war Adobes Software über zwei Versionsnummern upgradefähig – man konnte also zum Beispiel von der CS3 auf die CS5 oder von der CS4 auf die kommende Version CS6 updaten. Das soll sich nun bald ändern: parallel zu der laufenden Rabatt-Aktion verkürzt Adobe die Upgradefähigkeit in Zukunft auf eine Version, wobei allerdings die mittlerweile ebenfalls kostenpflichtigen Zwischenversionen wie 5.5 nicht mitzählen. Ein Update auf die kommende Version CS6 ist also nur noch von CS5 oder CS5.5 möglich.

Wer jetzt zu spät reagiert, ist später gezwungen, die Version 6 komplett neu zu kaufen. Auf Adobes Webseite liest sich das wie folgt:

„With the availability of Adobe CS6 solutions in 2012, Adobe will no longer offer upgrade pricing to customers who are on older versions of Creative Suite dating more than one version back. Customers on versions of Creative Suite CS4, CS3, CS2 and older will not be eligible for upgrade pricing for CS6 unless they have upgraded to CS5 or CS5.5 before CS6 is released.“

„Grace Period“

Ebenfalls unbeantwortet ist die Frage nach der bisher geltenden „Grace Period“-Regelung:

„Grace Period“ wird der Zeitraum zwischen verbindlicher Ankündigung des neuen Releases und der Verfügbarkeit der neuen Version genannt. Dieser Zeitraum war allerdings in den vergangenen Jahren schon von ehemals mehreren Wochen auf knapp 14 Tage geschrumpft worden.

Üblicherweise bekamen Kunden, die innerhalb der Grace Period die alte Version kauften (oder dahin upgradeten), die neue Version nach Erscheinen kostenlos.

In der Praxis:

Würde man als Besitzer einer Version 4 jetzt auf 5.5 Updaten, müßte man in einigen Wochen wiederum kostenpflichtig auf Version 6 updaten.
Würde man jedoch als Besitzer einer Version 4.0 innerhalb der Grace Period ein Update auf 5.5 kaufen, bekäme man die Version 6 kostenlos.

Die Grace Period ist/war ein freiwilliges Zugeständnis von Adobe. Es ist denkbar, daß Adobe im Gegenzug zu den bis Ende Dezember gewährten Preisnachlässen dieses Zugeständnis streicht, so daß es für die CS6 keine Grace Period mehr geben wird. Verbindliche Aussagen gibt es dazu bisher noch nicht.

Hier geht es um eine Menge Geld, und ein wenig erinnert jedes Gedankenspiel um den richtigen Upgrade-Zeitpunkt an „Zocken“.

Zocken mit Adobe: Upgrade plus Rabatt minus Grace Period…

Füttern wir das ganze Szenario mit Zahlen, ergibt sich folgendes Bild am Beispiel einer vorhandenen Adobe CS4 Design Standard (alle Preise netto zzgl. MwSt):

Update auf 5.5 zum befristeten Sonderpreis: 479,- Euro.
Update auf 5.5 Normalpreis 599,- Euro.
Als Richtwert für das Update von 5.5 auf 6 nehmen wir hilfsweise den Updatepreis von 5.0 auf 5.5 in Höhe von 349,-, auch wenn das reale Update teurer sein könnte.

Bei Kalkulation mit dem Richtwert und Mitnahme des bis Ende Dezember geltenden Rabattes ergibt sich bis zur CS6 ein Preis von 479,- + 349,-, also 828,- Euro.

Setzt man auf die Grace Period, könnte man das Update innerhalb der Grace Period für 599,- Euro kaufen und somit 229,- Euro einsparen. Eingehen muß man dabei allerdings das Risiko, daß man den Zeitpunkt verpaßt, keine Updates verfügbar sind oder die Grace Period gar nicht stattfindet.

Dann stehen der Ersparnis von 229,- Euro Kosten von 1.599,- Euro für eine neue Lizenz gegenüber.

Sollte man jetzt upgraden oder lieber warten ?

Im Ergebnis würden wir empfehlen, vorhandene CS2- und CS3-Versionen unbedingt sofort upzudaten und den Rabatt mitzunehmen.
Besitzer einer CS4 müssen für sich entscheiden, ob ihnen 229,- Euro mögliche Ersparnis das Risiko wert sind, die CS5 nicht mehr zu bekommen und schlimmstenfalls die CS6 komplett neu kaufen zu müssen.

(b609/hr)

Artikel und Links zum Thema:
Adobe Creative Suite FAQ: Upgrade eligibility, pricing, and purchasing options
 
  1. Michael Lehmann-Horn ago 7 Jahren

    Ab heute, 26.3.2012, ist es offiziell: Die Adobe CS6 Grace Period beginnt. Und das ohne, dass Adobe CS6 angekündigt hat. Es gibt tatsächlich die Möglichkeit von massiven Sparmöglichkeiten – je nachdem was man aktuell für eine Version hat. Bei CS2, CS4 und CS5 kann man sehr viel sparen, bei CS3 eher nicht. Wir haben das hier einmal aufgelistet:
    http://www.digitalschnitt.de/info/AdobeUpgrade.html

    Liebe Grüße,

    Michael Lehmann-Horn
    magic multi media GmbH

    • tiramigoof ago 7 Jahren

      Hallo Michael, danke für die Info ! Die Aussagen von Adobe zu diesem Thema waren ja in den letzten Monaten äußerst spärlich, und man konnte sich nie sicher sein, ob sie es sich nicht doch nochmal anders überlegen…
      Grüße :-) Anette

  2. J. Lohse ago 7 Jahren

    Für alle, die im Dezember noch teuer Updates eingekauft haben, heißt das: auf’s falsche Pferd gesetzt. Für’s selbe Geld würden wir heute CS 6 bekommen. Danke, Adobe. So vergrault man Kunden. Ich frage mich, warum die bei Adobe nicht aus dem Niedergang von Quark gelernt haben und jetzt die selben politischen Fehler machen. Sobald sich eine Alternative ergibt, sind wir die längste Zeit Adobe-Kunde gewesen!!!

    • tiramigoof ago 7 Jahren

      Das mit der Alternative ist nun mal leider das Problem… als Monopolist kann man sich sowas anscheinend erlauben. Wenn man bedenkt, wie massiv Ende 2011 noch für die CS5.5 getrommelt wurde, war das (höflich ausgedrückt) keine Aktion, mit der man sich Freunde macht.

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